Cord Kappe - grüner Kaufmann, Visionär und Photovoltaikexperte

"Nicht reden. Anpacken." - von der Ausbildung in die Selbstständigkeit

„Nicht reden. Anpacken.“ Das ist das Lebensmotto des gelernten Metzgermeisters Cord Kappe. Er ist Edeka-Kaufmann, Gründer von PV Green, Visionär, Familienvater und immer auf der Suche nach einfachen und pragmatischen Lösungen, die für alle eine Win-Win-Situation darstellen und der nächsten Generation zugutekommen.

1980 machte Cord Kappe seine Ausbildung zum Metzger, drei Jahre später die Meisterprüfung, 1998 folgte der Betriebswirt. Nach und nach übernahm er mehr Verantwortung: erst als Marktleiter, später als Geschäftsführer. Heute leitet er das Familienunternehmen mit seiner Schwester Kirsten Witte bereits in der dritten Generation mit über 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Angefangen hat alles hinter der Fleischtheke, später haben wir die Märkte stetig erweitert und an die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden angepasst.“ sagt der 59-Jährige heute.

Nachhaltigkeit unternehmerisch betrachtet: großes Potenzial Geld zu sparen​

„Als wir uns 2008 in der finalen Umbauentscheidungsphase des großen Edeka-Marktes in Wunstorf befanden, standen wir vor einer Herausforderung: die alte Gewerbehalle war ein energetisches Fass ohne Boden.“ lacht Cord Kappe heute. „Unternehmerisch gab es nur zwei Möglichkeiten: Lassen oder neue Lösungen erarbeiten.“. Große Potenziale sah er in der Dämmung und in der Art und Weise, wie Energie genutzt wird, erklärt er. 

„Vielleicht kann ich nicht sofort alles verbessern, nur anfangen muss ich irgendwo.“. 2009 wurde die Fassade des Marktes gedämmt, intelligente Kühlsysteme und Beleuchtungen installiert und die vorhandene Energie doppelt genutzt. So erhielt der Markt zwischen 2009 und 2012 Dual-Use-Technologien wie einen Pufferspeicher und ein Blockheizkraftwerk. Die Idee: die Kühlsysteme produzieren während des Kühlens Wärme, die wiederum im Pufferspeicher gespeichert wird. „Mit der gespeicherten Energie können wir problemlos unser Brauchwasser erwärmen und im Winter unseren Markt heizen und dadurch immense Kosten einsparen“.

CO2 sparen - Photovoltaik ist ein Muss für jedes Dach

Allerdings können nicht nur Kosten eingespart werden, sondern auch eine Menge CO2. Denn mit der 2009 errichteten Photovoltaik-Anlage (85 kWp) wurde die Energiebilanz der ehemaligen Gewerbehalle noch mal deutlich optimiert: „Durch Photovoltaik, Blockheizkraftwerke und Wärmerückgewinnung spare ich jährlich 255 Tonnen CO2 ein“, sagt der Kaufmann. Nicht nur das, mit den inzwischen drei errichteten Photovoltaik-Anlagen (225 kWp) können bis zu 60% des Stromes eingespart werden. „Ich will nicht nur grün aussehen, so wie es viele zurzeit wollen. Ich mag nichts Unechtes und verabscheue Greenwashing. Aber alles, was Sinn macht, um unsere Welt zu erhalten, sollten wir Menschen tun“, sagt er gegenüber der Lebensmittel Zeitung direkt.

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Siegerurkunde grüner Einkaufskorb Cord Kappe

NABU Auszeichnung – grüner Einkaufskorb (2010)

Für sein nachhaltiges, umweltbewusstes und innovatives Engagement wurde er 2010 von der NABU mit dem Umweltpreis „Grüner Einkaufskorb“ für selbstständige Lebensmittelmärkte vom damaligen NABU-Präsidenten Olaf Tschimpke ausgezeichnet. „Eine große Ehre und Freude, als damals der Anruf kam. Für mich war es die Bestätigung, dass ich mit meiner Vision einer nachhaltigeren Welt auf dem richtigen Weg bin.“

2020: Gründung von PV Green

„Photovoltaik ist eine so einfache wie auch geniale Technologie – sie steht auf dem Dach rum und produziert Strom. Selbst an bewölkten Tagen.“, sagt der Preisträger. „Jeder Haushalt sollte sich eine Photovoltaik-Anlage leisten können und damit die Möglichkeit erhalten, von erneuerbaren Energien zu profitieren.“. 2021 gründete er mit jungen und engagierten Geschäftspartnern PV Green. Heute wird mit über 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an vier Standorten an der Energiewende gearbeitet. Stand Mai 2024 wurden bereits über 1000 Anlagen gebaut und ans Netz angeschlossen. „Es ist Zeit, die Generationenaufgabe Energiewende anzupacken und sie in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Ökonomisch, ökologisch wie auch demographisch betrachtet, kann es nur eine Antwort geben: Energie sollte dort produziert werden, wo sie verbraucht wird – dezentral vor Ort.“

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